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19.02.10 16:04

Ohne Gentechnik höhere Agrarpreise vermutet

Wissenschaftler des renommierten Zentrums für Agrarentwicklung (CARD) der Universität Iowa gehen davon aus, dass im Falle eines Verzichts auf die Grüne Gentechnik würden die Preise für Sojabohnen, Mais und Raps an den globalen Märkten deutlich höher liegen.

Im Einzelnen rechnen sie laut Agra-Europe damit, dass die Sojapreise um fast 10 Prozent anzögen, wenn man den Ackerbauern die gentechnisch veränderten Organismen (GVO) vorenthielte. Beim Mais werden Preiserhöhungen von 5,8 Prozent prognostiziert, beim Raps sollen die Aufschläge mit 3,8 Prozent relativ moderat ausfallen, weil hier die Marktdurchdringung der GVO-Sorten weniger stark ist.
Grundlage für diese Prognosen sind Rechenmodelle, die mit den in den vergangenen Jahren erzielten Ertragsfortschritten durch GVO arbeiten, die wiederum eine Ausweitung des Anbaus bedingt haben sollen. Dabei berufen sich die Wissenschaftler auf eine frühere Studie, wonach allein durch die Hauptmerkmale der GVO-Pflanzen – Insektenresistenz und Verträglichkeit gegenüber Herbiziden – die Sojaproduktion von 1996 bis 2006 weltweit um 53,3 Millionen Tonnen und die Maiserzeugung um 47,1 Millionen Tonnen gestiegen sein soll. Zum Vergleich: Insgesamt stieg die Sojabohnenproduktion in diesem Zeitraum um 105,4 Millionen Tonnen auf 237,1 Millionen Tonnen, beim Mais wurde ein Zuwachs von 119,5 Millionen Tonnen auf 712,4 Millionen Tonnen registriert.

Wichtigste GVO-Kultur ist mit Abstand die Sojabohnen mit einem geschätzten Anbauareal von knapp 66 Millionen Hektar, was 70 Prozent der globalen Anbaufläche entspricht. Ausschlaggebend ist hier die starke Verbreitung in den USA. Aber auch in Südamerika gewinnen die GVO-Sorten an Boden. Laut Einschätzung der Forscher aus Iowa haben die herbizidresistenten Sorten, bei denen im Regelfall das Breitbandpestizid Roundup eingesetzt wird, das Vordringen Boden schonender Bearbeitungstechniken wie den Verzicht auf den Pflug begünstigt, die Produktionszyklen hätten sich dadurch verkürzt. So könnten viele Landwirte in Südamerika unmittelbar nach der Weizenernte noch in derselben Saison ihre Felder mit Sojabohnen bestellen. Dadurch erklärt sich auch die von den Forschern gestützte These einer Sojabohnen-Mehrproduktion von gut 53 Millionen Tonnen innerhalb eines Zehnjahreszeitraums durch die Nutzung von GVO-Sorten. Allein im Jahr 2006 seien in Argentinien und Paraguay hier zusätzlich 11,6 Millionen Tonnen Sojabohnen geerntet worden. Beim Mais wird die GVO-Verbreitung vom Internationalen Büro für die Akzeptanz agrarbiologischer Anwendungen (ISAAA) auf mehr als 37 Millionen Hektar beziffert, was knapp einem Viertel der globalen Anbaufläche entspricht. Die Wissenschaftler aus Ames veranschlagen den Ertragsvorteil bei diesen in der Regel mit Resistenz gegen Wurzelbohrer und Zünsler ausgestatteten Sorten auf rund 5 Prozent in den Vereinigten Staaten und 24 Prozent auf den Philippinen an.

 

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