Herbstaussaat 2009/2010: Insgesamt weniger Wintergetreide – Winterweizenanbau gestiegen
Nach den jüngsten Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde mit der Getreideaussaat im Herbst 2009 die Anbaufläche für Wintergetreide für die Saison 2009/2010 im Vergleich zum Vorjahr zurückgefahren. Die Fläche wurde um 2% auf 5,67 Millionen Hektar verringert. Dem entgegen befindet sich der Anbau von Winterraps mit einer leichten Ausweitung um 1,6% auf knapp 1,5 Millionen Hektar weiterhin auf hohem Niveau.
Im Vergleich der Wintergetreidearten verliert vor allem Wintergerste zur Ernte 2010 gegenüber der Bodennutzungshaupterhebung 2009 an Bedeutung. Es wurden insgesamt etwas mehr als 1,34 Millionen Hektar ausgesät, wodurch die Anbaufläche um 7,7% gegenüber dem Erntejahr 2009 abnimmt. Noch deutlichere prozentuale Flächenrückgänge gegenüber dem Vorjahr sind mit beim Roggen zu verzeichnen (– 12,8%), der auf einer Fläche von 653 000 Hektar angebaut wurde. Zuvor hatte Roggen in 2009 die größte Anbaufläche seit dem Jahr 2001 erreicht.
Der Winterweizen baut in Deutschland seine Stellung als bedeutendste Winterkultur nochmals aus: nach erfolgter Bodennutzungshaupterhebung von 2009 ist zur Ernte 2010 eine weitere Zunahme der Anbaufläche um 2,8% bzw. 90 000 Hektar auf 3,27 Millionen Hektar zu erwarten. Das wäre die größte Anbaufläche von Winterweizen seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990.
In der regionalen Betrachtung zeigen sich die deutlichsten Veränderungen in der Anbaustruktur des Wintergetreides in Norddeutschland. 94% der Flächenabnahme fanden in den fünf Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein statt. In diesen Ländern wurde die Aussaat von Winterroggen um 85 000 Hektar und die Aussaat von Wintergerste um 76 000 Hektar gegenüber dem Erntejahr 2009 zurückgenommen, während eine Ausweitung des Anbau von Winterweizen um fast 57 000 Hektar erfolgte.
Beim Winterraps sind Flächenzunahmen vor allem in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen, in Bayern und Baden-Württemberg wurde der Anbau im Vergleich zum Erntejahr 2009 dagegen eingeschränkt.






