Jahrhundertwende und Erster Weltkrieg


Die in den Müllereien um die Jahrhundertwende erfolgte Umstellung von der Wasserkraft auf die leistungsfähigere Elektroenergie setzte in zahllosen Mühlen zusätzliche Kapazitäten frei, die vor allem von Betrieben nördlich der Mainlinie zur Aufnahme der Mischfutterherstellung genutzt wurden. Es bildeten sich aber gleichzeitig Betriebe heraus, die nur diesen Produktionsweg einschlugen. Primär wurden Pferde-, Schweine- und Melassemischfutter produziert, aber auch der Umfang an Kälber- und Hühnerfuttern nahm zu. Kleinere Betriebe hatten bei oftmals ungünstigem Standort den Nachteil, hohe Frachtkosten für Einzelfuttermittel in Kauf nehmen zu müssen und kamen auch in ihrer Andienung von Mischfutter nicht über den örtlichen Bereich hinaus. Unternehmen, die ein Mischfuttergeschäft mit größerem Produktionsvolumen anstrebten, siedelten sich deshalb vorzugsweise in den deutschen Binnenhafenstädten oder in Seehäfen an. Die in der heutigen Zeit bekannten Zentren einer leistungsfähigen Mischfutterindustrie wie Hamburg, Bremen, Düsseldorf oder Mannheim hatten in der damaligen Überlegung des transportorientierten Standortes als Maßgabe einer rentablen Fabrikation ihren Ursprung.