Der Beginn der gewerblichen Mischfutterproduktion datiert zurück auf das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts. Bei den erzeugten Produkten kann zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht von Bezeichnungen wie "Mischfutter" oder "Kraftfutter" die Rede sein. Ihre Benennung erfolgte vielmehr in Anlehnung an den Herstellungsprozess oder die üblichen Handelsbräuche. Von einer maschinellen Fertigung im engeren Sinne innerhalb der Branche kann erst in der Zeit nach 1900 gesprochen werden.
Die Idee, transportable und konservierbare Futtermittel herzustellen, entstammt ursprünglich aus England und wurde in Deutschland im Zuge des Krieges von 1870/71 aufgenommen. Eine Konservenfabrik in Frankfurt am Main stellte speziell für Militärpferde so genannte Pferdebiskuits her. Diese bestanden aus verschiedenen Mischungen, die sich aus unterschiedlichen Anteilen von Hafer-, Erbsen-. Roggen- und Leinsamenmehl zusammensetzten und einen Durchmesser von 10-12 cm hatten bzw. eine Stärke von 1 cm. Mit Hilfe dieser Biskuits sollen die Armeepferde die Strapazen wesentlich besser überstanden haben als rein mit Hafer gefütterte Tiere.
Futtermittelmischungen jener Zeit kamen fast ausschließlich als "Futterbrote" in den Handel. An Bedeutung gewannen daneben zunehmend auch proteinreiche Mischungen mit Blut- oder Fischmehl sowie der Einsatz von Melasse im Mischfutter im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts.






