In der Struktur der landwirtschaftlichen Tierhaltung finden sich große Unterschiede zwischen Regionen und Betriebsformen, die den speziellen regionalen Märkten und landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, der Größe und Professionalität der Betriebe im Hinblick auf die Arbeitsorganisation und Spezialisierung Rechnung tragen. Dementsprechend unterschiedlich sind die Fütterungssysteme, die praktiziert werden und die Vielfalt der darauf abgestimmten Futtertypen.
Die Unterschiede werden vor allem in der Kombination mit wirtschaftseigenen Futtermitteln sichtbar. Ein Beispiel für Alleinfuttermittel ist das Geflügelmischfutter. Eine ergänzende Beifütterung durch wirtschaftseigenes Getreide erfolgt hierbei nur in geringem Maße. Das andere Extrem ist das Rindermischfutter. Bei dieser Sorte wird immer wirtschaftseigenes Futter, wie Silage, Heu, Futterrüben, Stroh etc., beigefüttert. Der Schweinesektor nimmt gewissermaßen eine Mittelposition ein. Mehr als die Hälfte des Schweinemischfutters ist Alleinfutter, der Rest ist Ergänzungsfutter. Diese werden mit unterschiedlichen Anteilen (Mastergänzungsfutter ca. 35 %, Eiweißkonzentrate ca. 10 % und Mineralfutter ca. 3 %) in der Ration eingesetzt und insbesondere mit wirtschaftseigenem Getreide und auch anderen zugekauften Einzelfuttermitteln durch den Tierhalter ergänzt (Eigenmischungen). Es ist von grundsätzlicher Bedeutung, dass bei sachgerechtem Einsatz von Ergänzungsmischfuttersorten ebenso - d. h. wie mit Alleinfutter - eine komplette Versorgung der Tiere mit Nähr- und Wirkstoffen erfolgen kann.
Die Entscheidung, welches Fütterungssystem der Tierhalter wählt, ist vor allem von den einzelbetrieblichen Gegebenheiten abhängig. Eine große Rolle spielt im Schweinesektor die Menge des eigen erzeugten Getreides im Verhältnis zum Tierbestand, das Vorhandensein von technischen Anlagen und auch die Ausstattung des Betriebes mit Arbeitskräften. Steht nur eine geringe Menge an wirtschaftseigenem Getreide zur Verfügung und/oder ist keine Mahl- und Mischanlage vorhanden und/oder die notwendigen Arbeitskräfte sind nicht verfügbar, so ist generell die Neigung zum Alleinfutterbezug größer. Eine Entscheidung zu Gunsten von Ergänzungsmischfuttersorten ist dagegen dann anzutreffen, wenn der Anfall an wirtschaftseigenen Futtermitteln groß ist, die benötigte Technik vorhanden ist und vorhandene Arbeitskräfte nicht voll ausgenutzt sind.






