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Pferde

Pferde gelten futtermittelrechtlich als Nutztiere, auch wenn sie heute überwiegend als Gesellschaftstiere gehalten werden. Aus Gründen der korrekten Systematik werden sie daher hier und nicht bei den Heimtieren gelistet.

Die klassische Pferderation bestand und besteht auch heute vielfach aus Heu und Hafer, ergänzt um den einen oder anderen Weidegang. Dies allein kann aber den sehr unterschiedlichen Bedarf der Pferde an Mineral- und Wirkstoffen nicht decken. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Anforderungen, denen Pferde gerecht werden sollen:

  • Eine trächtige Stute hat einen anderen Nährstoffbedarf als ein „normales“ Reitpferd und
  • dieser unterscheidet sich wiederum erheblich von dem Bedarf eines täglich trainierten Sportpferdes, das allein durch die Schweißbildung einen erhöhten Bedarf an Natrium hat.

Diese Beispiele verdeutlichen allein schon, warum eine gezielte Versorgung mit Mineral- und Wirkstoffen an den unterschiedlichen Bedarf erforderlich ist.

Die Mischfutterhersteller bieten daher eine breite Palette an unterschiedlichen Mineralfuttern für Pferde an. Es obliegt dem Tierhalter, den Bedarf seiner Tiere möglichst genau zu ermitteln und zu decken, um Mangelerscheinungen und damit verbundene Erkrankungen zu vermeiden. Eine fundierte Beratung kann bei den Herstellern von Mineralfutter für Pferde nachgefragt werden.

Mineralfutter für Pferde werden in unterschiedlichen Formen hergestellt. Neben den klassischen pelletierten oder granulierten Formen gibt es auch Lecksteine und -schalen, die sich insbesondere bei Weidegang anbieten. Wichtig ist in jedem Fall, dass keine außergewöhnliche Staubbildung auftritt, die die Atemwege der Pferde beeinträchtigen könnte.

In der Regel wird die Versorgung mit Calcium, Phosphor und Magnesium durch die Grundration gewährleistet. Bei besonderen Anforderungen oder Belastungen sind jedoch auch diese Mineralstoffe zu ergänzen.

Die Spurenelemente sind ebenfalls meist durch die Grundration gedeckt. Dagegen sind andere Mineralstoffe und vor allem Wirkstoffe über die Mineralfuttergabe zu ergänzen, wenn dies nicht durch andere Futtermittel gesichert werden kann. In Fällen unzulänglicher Hufbildung oder -härte ist beispielsweise auf eine besonders gute Versorgung mit Cholin zu achten. Eine genaue Futterberechnung und die Absprache mit dem Futterhersteller sichert eine bedarfsgerechte Versorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen sowie anderen Wirkstoffen.

Eine besondere Beachtung verdient die Versorgung der jungen Pferde, die in den ersten drei bis fünf Jahren einen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen haben, um unter anderem zu einer ausreichenden Mineralisierung des Knochengerüstes und insbesondere des Fundaments angewiesen sind. Fehler in dieser frühen Lebensphase, in der Pferde noch wachsen, rächen sich in späteren Lebensabschnitten.

Bei der Fütterung von Sportpferden ist zu beachten, dass bestimmte Einzelfuttermittel und Zusatzstoffe dopingrelevant sein können. Nähere Informationen darüber sind auf der Homepage der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) nachzulesen:

www.pferd-aktuell.de/TOP-FN-Services/Fairer-Sport/-.5352/Fairer-Sport.htm



Wussten Sie, dass im Jahr 1870/71 Futterbiskuits die ersten transportablen und konservierbaren Futtermittel für Pferde waren?!

Die Idee für transportable und konservierbare Futtermittel entstammt ursprünglich aus England, wurde in Deutschland im Zuge des Krieges von 1870/71 aufgenommen.

Eine Konservenfabrik in Frankfurt/Main stellte speziell für Militärpferde so genannte Pferdebiskuits her (aus verschiedenen Mischungen, die sich aus unterschiedlichen Anteilen von Hafer-, Erbsen-, Roggen- und Leinsamenmehl zusammensetzten und einen Durchmesser von 10-12 cm hatten bzw. eine Stärke von 1 cm). Mit Hilfe dieser Biskuits sollen die Armeepferde die Strapazen wesentlich besser überstanden haben als rein mit Hafer gefütterte Tiere.